AWP 0497
Vorlesung
keine Angabe
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Klausur
60 Minuten
Kommanote
Inhalt
Seit mehr als 2.000 Jahren bestehen besondere Verbindungen zwischen Deutschland und Italien. Nach starken Einflüssen Roms – etwa in der städtebaulichen Infrastruktur oder der Ausbreitung des Christentums – sucht das deutsche Mittelalter den Anschluss an Italien zur Durchsetzung seines politischen Einflusses: Aachen wird „deutsches Rom“, Kaiserzüge und Städtekrieg sowie wirtschaftliche Verflechtungen begünstigen eine intensive Auseinandersetzung mit dem Süden.
In Renaissance und Barock – Augsburg, Nürnberg und München sind dabei unter den ersten und bedeutendsten Städten – werden die Verknüpfungen deutlich intensiviert. Die Entwicklung erreicht hier europäische Bedeutung.
Kann sich München, durch die Stätten des katholischen Glaubens längst als „bayerisches Rom“ bekannt, im 19. Jahrhundert noch weiter als „nördlichste Stadt Italiens“ etablieren, entsteht in den faschistischen Projekten beider Länder eine neue Dimension von Gemeinsamkeit.
Ein Schwerpunkt der Veranstaltung ist die Entwicklung im südlichen Teil Deutschlands, wozu auch Exkursionen am Standort gehören. Zur Vorlesung sind Studierende auch ohne Vorkenntnis herzlich willkommen.
Literatur
- Ernst H. Gombrich: Die Geschichte der Kunst, London 2005.
- Horst Keller: Beiträge zu den Kulturbeziehungen zwischen Norden und Süden. Festschrift für Wilhelm Waetzold zu seinem 60. Geburtstage 21. Februar 1940, Berlin 1941.
- Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur, Stuttgart 1999.
- Wilfried Koch: Baustilkunde. Das Standardwerk zur europäischen Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart, Gütersloh/München 2009.
- Nicola Timmermann: Repräsentative „Staatsbaukunst“ im faschistischen Italien und im nationalsozialistischen Deutschland, Stuttgart 2001.
- Elisabeth Wünsche-Werdehausen/Klaus Kratzsch: Italien in Bayern. Kunst und Künstler, Lindenberg i.A. 2010.