Friedrich Gottlieb Klopstock
1724 - 1803
Oden und Elegien
Darmstadt 1771
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Siona.
Töne mir, Harfe des Palmenhains,Der Lieder Gespielin, die David sang!Es erhebt steigender sich Sions Lied,Wie des Quells, welcher am Huf Pegasus floß.
Höher in Wolken, o Palmenhain,Erblikst du das Thal, wie den Lorbeerwald,Und entsenkst Schatten, herab auf den Wald,Dem Gewölk, welches dich dekt, Palme, mit Glanz.
Töne, Siona, Triumph einher!Am Silbergelispel Siloa trittSie daher! schwebet im Tanz! Fühlt's, wie duSie erhebst, Religion, dessen, der ist!
Seyn wird! Und war! Der Erhabnen wehtSanft Rauschen vom Wipfel der Palme nach!Von dem Fall, welchen du tönst, reiner QuellDes Krystalls, rufet ihr nach Echo Triumph!
Feuriger blikt sie! Ihr Haupt umkränztDie Rose Sarona des Blumenthals;Ihr Gewand fliest, wie Gewölk, sanft um sie,Wie des Tages Frühe gefärbt, Purpur und Gold.
Liebevoll schauet, o SulamithSiona, mein Blik dir und freudig nach!Es erfüllt Wehmuth und Ruh, Wonn' erfülltMir das Herz, wenn du dein Lied, Himmlische singst!
Hört ihr? Siona beginnt! Schon rauschtDer heilige Hain von dem Harfenlaut!Die Krystallquelle vernimmt's, horcht und steht;Denn es trehn Lispel im Hain rings um sie her!
Aber izt stürzt sie in die Well' herabMit freudiger Eil! Denn Siona nimmtDie Posaun, hält sie empor, läst sie laut DonnerIns Gebirg' hallen! Und ruft donnernd ins Thal! |
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