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Vorrede des Herausgebers.
In diesen Liedern hab' ich versuchen wollen, wie weit ichs etwa im Kinderton treffen könte. Hier geb' ich sie zur Beurtheilung. Ist mirs ein bischen gelungen, so darf ich wol sagen, daß dies die ersten Kinderlieder unter uns sind: und Buch gegen Buch gehalten, darf ich selbst vou unserm WEISE keinen Widerspruch befürchten. In den "Liedern für Kinder" hört man den herablassenden Lehrer, zwar meist im Ausdruck der Kinder, aber doch mit den Ideen eines Erwachsenen. Hier spricht, wenn ichs gut gemacht habe, wirklich ein Kind.
Diesem ungeachtet kann vielleicht WEISENs Samlung den Kindern ganz in die Hände gegeben werden: von der Meinigen muß ich dies laut verbitten.
Mein Frizchen – es wäre freylich besser, wenn er ein Engel hätte seyn können: aber er ist nun einmal ein Menschenkind. So lieb ihn auch vielleicht mancher Leser einst gewinnen mag, so muß ich dem Leser doch sagen, daß er zum Ideal für die Kleinen nicht taugt. Seine Affektion für Lotte hätte er wol versparen mögen: und zuweilen ist er etwas naseweis. Das soll denn ein Vergnügen für uns Erwachsene bleiben, den kleinen Burschen hie und da abschweifen zu sehen: unsern Kindern wollen wir nur ein und anderes, das kauscher ist, [her]ausheben. Hierauf deuten die Sternchen im Register – und mehr hab' ich nicht zu sagen.
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